Sehr geehrte Frau Keller,
über ihre Ausführungen zu Samaria etc. bin ich auf ihre Ausführungen zur Baumgöttin Nut gestoßen.
Ich habe etwas Interessantes herausgefunden, durch Zufall. Und zwar habe ich mich die letzten Tage eingehend mit den biblischen Schriften der Apokalyphse beschäftigt. Ziemlich am Ende der Apokalypse, unter der Überschrift: Das zukünftige Jerusalem ... steht im Kapitel 22, Vers 1-2 nun folgendes. Ich habe eine französische Bibel. Können Sie Französisch, sonst kann ich es Ihnen übersetzen??? "Puis l'Ange me montra le fleuve de Vie, limpide comme du cristal, qui jaillissait du trône de Dieu et de l'Agneau.
UND NUN KOMMT'S!!!:
Au milieu de la place, de part et d'autre du fleuve, il y a des arbres de Vie qui fructifient douze fois, une fois chaque mois; et leurs feuilles peuvent guérir les paiens De malédiction, il n'y en aura plus !!!!!
Ist das nicht ein wunderschöner Schluss der ganzen "Kirchen"geschichte. So nach dem Motto: Ende gut, alles gut. Das weiblich-mütterlich-heilende hat gesiegt????
Ich fand es sehr spannend, dass ich ausgerechnet heute abend ihre Ausführungen zu Nut lesen durfte!!
Was denken Sie dazu???
Mit freundlichen Grüßen - Almuth Gäbler, 10.06.2007
Esther
Liebe Frau Gäbler,
ganz herzlichen Dank für Ihren Hinweis.
Es ist halt schon lange her seit meinen theologischen Arbeiten.
Sobald ich Zeit habe, möchte ich etwas über die Schlange im Alten Testament schreiben. Es ist nämlich auffällig, wie Mose mit der Schlange (Stab) hantiert und dabei als der grösste Führer seines Volkes betrachtet wird und Eva mit ihrer Schlange zur Ursünderin gemacht wird - schon komisch nicht?
Letzthin kam der alte Film Mose im ZDF und da wird betont, dass zuerst Aaron den Stab (Holz; sprich Schlange halten durfte und nicht Mose). Aaron hat meines Erachtens mit der Sonnengöttin von Aruna (Ort in Hochanatolien) zu tun. Sie wird im Laufe der Zeit mit anderen altorientalischen Göttinnen vermischt. Im Alten Testament wird sie nun zum "Bruder" von Mose! Dieser sogenannte "Bruder" ist aber nirgends in den vorexilischen Schriften erwähnt. Mehr dazu in meinen Schriften im Internet
In der Apokalypse des Johannes steht noch anderes theologisch höchst Interessantes! Aber das müsste ich noch bearbeiten! Jedenfalls ist Ihr Hinweis vom ewig blühenden Baum sehr interessant.
Was ich persönlich nicht unterstütze, ist die Vorstellung von Feministinnen und Feministen, aus der Bibel ein vom Patriarchat verfremdetes Buch zu machen. Grundsätzlich ist die Bibel ein patriarchalisches Buch und die heutigen Theologen tun alles daran, an diesem Patriarchat festzuhalten. Dann sollen sie auch ihr theologisches Buch haben! Meine Konsequenz ist, ich habe nichts mit diesem Christentum zu tun. Deshalb wundere ich mich auch, weshalb Frauen unter allen Umständen "Priesterin", "Pfarrerin" oder "Rabbinerin" werden wollen. Ich finde, wenn die Frauen aus dem Christentum austreten würden und ihre eigene Religion ausserhalb der bestehenden patriarchalisch dominierenden kirchlichen Tradition vertreten würden, das wäre die Revolution! Aber ich habe immer das Gefühl, dafür fehlt ihnen den Mut!
Gruss Esther Keller
Almuth Gäbler
Liebe Frau Esther,
vielen Dank für ihre Rückantwort. Demnächst möchte ich noch mehr darauf eingehen, was Sie alles hier schreiben und Sie bewegt. Diese Woche ist mein Zeitplan leider sehr straff, da ich eine berufliche Fortbildung mache.
Ich kann nachempfinden, was Sie zum Patriarchat schreiben. Und dass wir auch den Männern dieses lassen sollten, wennn Sie es denn haben möchten. Also ich möchte hier nicht die Amtskirchen (evangelisch und katholisch (katholisch bedeudet ja ursprünglich übersetzt so etwas wie "allumfassend", was im Selbstverständnis der Kirche bedeutet: die alleinige Wahrheit "gebucht" zu haben) runtermachen. Dennoch gebe ich zu, dass ich mit dem Dogmatizismus (=wir haben die Wahrheit gebucht)nicht mehr konform gehen kann, möchte.
Was mich betrifft, so bin ich letzten Mittwoch aus der katholischen Kirche ausgetreten. Dass ich sie patriarchalisch finde, z.T. zumindest stand aber nicht als Grund im Vordergrund. Jesus selbst war, so wie ich ihn mir vorstelle und was ich alles in den Evangelien lese (nicht die Paulusbriefe, um Gottes willen, da wird die Frau ja wieder runtergeholt von dem Level, auf das Jesus sie stellte: nämlich die absolute Gleichwertigkeit... Jesus verkehrte sehr viel mit Frauen, sondern auch aus anderen Gründen, die in diesem kurzen Schreiben zu weit führen.
Für mich liegt die Lösung allerdings weder im Patriarchat, NOCH im Matriarchat. Ich denke, alle Menschen dürfen spirituell sein, wenn sie das Bedürfnis nach Spiritualität verspüren, also Männer und Frauen. Warum sollte das eine besser sein als das andere. Ebenso ist Gott für mich ganz klar genauso männlich wie weiblich, also Vater und Mutter, Freund und Freundin etc. egal, was man für Bilder letztlich dafür nehmen mag. Und ich denke, letztendlich sind auch die verschiedenen (Welt)religionen einfach Etappen auf dem Weg zu ihm/ihr hin.
Wichtig scheint mir auch zu sein, dass der/die GOTT nicht ausserhalb von uns ist, zwar auch, also immanent in seiner Schöpfung und in jedem einzelnen Atom, wenn man so möchte, gleichzeitig und immer wohnt er aber ganz schlicht in unserem eigenen inneren Herzen.
Ich fand das Bild von den Bäumen einfach schön. Also einfach so. Es ist ganz klar ein weibliches Bild, warum nicht. Vielleicht hätte es auch ein männliches schönes Bild gegeben, irgendwo.
Spannend finde ich ihre Forschungen über das Thema der Schlange. Auch Asklepios, der aus dem alten Griechenland, hatte ja damit zu tun. Und die Ärzte heutzutage schwören immer noch ihren Eid auf diesen sogenannten Aeskulap-Stab, auch wenn die meisten freilich nicht mehr wissen, warum sie das eigentlich tun.
Demnächst vielleicht noch mal mehr
Mit freundlichen Grüßen - Almuth Gäbler
Sehr geehrte Frau Keller,
Die kleine Tochter bedeutet innerhalb der weiblichen Ahnenlinie die weibliche Nachfolge. Diese ist der rechten Seite des Körpers der Träumerin zugeordnet. Die Tante, als Schwester ist die Hüterin des Kindes.
Die aktive Suche wird belohnt: durch passives Empfangen, aber erst auf dem Gipfel, auf der Höhe eigenen Bemühens.
Der neue Anbau, der Bagger, die aufgewühlten Schollen: Hinweise auf Durchbrüche, auch auf schwierige Umstände,auch Einsamkeit, die ein neues Orientieren erfordern werden. Ohne diese Umwälzungen kann aber die Träumende nicht in das Wasser eintauchen. Im Wasser, durch seine Weihe, wird der Atem geläutert werden und mit ihm Sein innewohnendes Wort: der gro0e Wagen mit den vier Rädern, wie Ezechiel sie uns beschrieben hat. Das vergessene tiefe Wissen, in tiefer Erde vergraben...Die heiligen Buchstaben können nur aus diesem Wissen verinnerlicht und unter dem Licht intuitiven Verstehens gedeutet werden.
Golden ist das Licht des verborgenen Steins. Der Weg "geht die Treppe runter"in das Wasser. Rechts unten ist der Ort der Tiefe. Die bevorstehende Taufe. Glas und Wasser besitzen die Eigenschaft der Transparenz. Sie erlauben einen Einblick in die Tiefe. Glas ist aber hart und fließt nicht wie Wasser. Die Szenen spielen sich in einem Museum ab. Die Träumende ist getrieben von dem Wunsch den Sinn des Textes zu verstanden.
Der Traum ist eine Anspielung an das Thema des Weizenkorns, der in die Erde fällt und stirbt. Das bedeutet das Sterben des kleinen Ichs und das bewusste Erwachen im Numinosen.
Die wichtigste Botschaft des Traumes ist dennoch die Betonung auf die weibliche Ahnenlinie, also auf jene Verbindung zur weiblichen Nachfolge, die unter dem Siegel der göttlichen Mutter steht.
Die transzendierende Erfahrung des Numinosen geht nur über die Besinnung auf die Quelle eigenen Weiblichkeit.
Ein wunderschöner Traum.
Mit freundlichen Grüßen Victor Manuel Robert