
Ich versuche immer wieder das Ganze zu sehen, die Ganzheit zusammengesetzt aus den Einzelteilen, und da gibt es im alten Testament als Ringen von Jakob mit Gott, wobei Jakob der Unterlegene ist, und deshalb als Israel mit ausgerenkter Hüfte herumlaufen muss, und deshalb möglicherweise Hüftfleisch nicht koscher ist.
Hüfte deutet aber auch auf die Sexualität hin, nicht nur die verführende Schlange. Denn das Urbild ist nicht das Gott den Mann erschaffen hat, sondern aus dem Chaos entstand die Mutter Gaia und aus ihr floß der Mensch. Die Geschichte mit der Verführung des Mannes durch Eva und die Schlange ist ein patriarchalisches Bild, was der Realität nur entspricht, weil die Unschuld Eva nicht als Unschuld erkannt wird, weil die Triebstruktur, des Mannes haben will, was er sieht, doch nicht fühlen kann, weil er nicht hört. Somit sucht er Hörigkeit und verwechselt das mit Heiligkeit. Doch nur wer in der Liebe bedingungslos NEIN sagen kann, kann auch bedingungslos JA sagen. Das ist das "Erwachsen Werden" was den Religionen fehlt. Denn wer NEIN sagt, fühlt sich ausgeschlossen, und damit schuldig. Gott kann nichts ausschließen, sondern nur alles in Beziehung setzen. So wie Rainer Maria Rilke das ausdrückte, versuche ich mich diesem Prozess des Wachsens mit Hilfe der Kunst zu nähern: Rilke
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten wohl nicht vollbringen
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Und ich versuche es mit Erich Fried zu definieren:
Dich dich sein lassen ganz dich
Sehen daß du nur du bist
wenn du alles bist was du bist
das Zarte und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will
Wer nur die Hälfte liebt der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden amputieren verstümmeln
Dich dich sein lassen ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an mit wie viel sondern mit wieviel Liebe
und mit wie viel Vorbedacht und Verstand offener Sehnsucht nach allem -
nach allem was du ist
Nach der Wärme und nach der Kälte
nach der Güte und nach dem Starrsinn
und deinem Willen und Unwillen
nach jeder deiner Gebärden
nach deiner Ungebärdigkeit Unstetigkeit Stetigkeit
Dann ist dieses dich dich sein lassen - vielleicht gar nicht so schwer.
Erich Fried
Die Form der Religion konnte nur ein Ersatz für das Leben sein, doch nie der Inhalt, der war ohne Religion vorgegeben. Ein Vogelmännchen wirbt um das Vogelweibchen und ist wie sie dann bedingungslos, wenn er es errungen, weil sie ganz JA gesagt hat, wird er JA sagen, soweit er in ihr das Antlitz Gottes also die Verbindung in ihr zum Licht und zum Leben erkennt, und dadurch weiß, sie ist die Weisheit und Wahrheit, also die Königin der Nacht (Zauberflöte) die ihn aus seiner konkurrenzbeladenen Dunkelheit (Fidelio) befreit. Somit wird SIE als die innere Kirche Gottes erkannt : Also Freude schöner Götterfunken Tochter aus Elysium, wir Männer betreten freudetrunken Himmlische dein Heiligtum. Deutlicher konnte es Schiller/Beethoven nicht ausdrücken. Nur der revolutionäre Ansatz von Schiller hat ihm seinen Kopf gekostet: Alle Bettler werden Fürstenbrüder, wo ihr sanfter Flügel weil, das hat Beethoven in seiner 30 Jahre langen Auseinandersetzng mit seiner 9. Symphonie erkannt und verwandelt, in Alle Menschen ( er meinte alle Männer ) werden Brüder, wo ihr sanfter Flügel weilt. Genau dadurch haben wir den "Ausländer" in Dtn 23,21 überwunden.
Verdeutlicht wird das in der Auflösung des Geheimnisses der Eucharistie:
. Die genannten kirchlichen Gemeinschaften, die vor allem wegen des Fehlens des sakramentalen Priestertums die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt haben, können nach katholischer Lehre nicht „Kirchen“ im eigentlichen Sinn genannt werden…..
Es geht also um die Fülle der katholischen Kirche, die schon gegenwärtig ist und die zunehmen muss in den Brüdern und Schwestern, die nicht in voller Gemeinschaft mit ihr stehen, aber auch in den eigenen Söhnen und Töchtern, die der Sünde ausgesetzt bleiben, bis das Volk Gottes „ zur ganzen Fülle der ewigen Herrlichkeit im himmlischen Jerusalem freudig gelangt 17 Katholische Kirche
Hier wird ja im 2. vatikanischen Konzil die Bedingung für die Auflösung des Zölibates genannt, das Himmlische Jerusalem, doch was ist das, das Himmlische Jerusalem, wenn wir wissen der HIMMEL bedeutet auch MENSCH und die WELT?
Im Zentrum der Johannes Apokalypse stehe, so der Papst, das Bild von der Jungfrau, die vom Drachen bedroht werde. (Offenbarung 12) Diese Jungfrau repräsentiere Maria. Aber sie sei mehr als eine Frau. Sie stelle die „Kirche“ dar, das „Volk Gottes für alle Zeiten“, die „Kirche, die zu allen Zeiten mit großer Pein immer wieder Christus gebiert“. Ständig sei diese von dem Drachen bedroht, doch am Ende der Zeiten triumphiere sie an der Seite Christi als seine Braut – aber auch jetzt nicht als seine Frau, sondern als das „neue Jerusalem“. Neue Jerusalem
Hier wird deutlich, dass wir Männer zwar die Dinge zu Ende denken können, aber nur durch Sie die Frau erlöst werden, weil wir durch uns in ihr das Himmelreich und damit Gott erkennen. Wurde denn nicht im Judentum das Wort HIMMEL als eine Umschreibung für das Wort GOTT gesehen, dass man dort aus Ehrfurcht vor dem Geheimnis Gottes im Blick auf das Zweite Gebot weitgehend vermieden hat? Untersuchen wir das Ganze mit bereinigter Kabbala: