MARIE E. P. KÖNIG - AM ANFANG DER KULTURMARIE E. P. KÖNIG - AM ANFANG DER KULTUR |
Marie E. P. König mit ihrer Schwiegertochter,
Von Marie E. P. König habe ich die zwei wunderbaren Bücher gelesen: "Unsere Vergangenheit ist älter" und "Am Anfang der Kultur". Die Bücher handeln von den vorgeschichtlichen Kulturen, die in Europa, vorab in Frankreich und in späterer Zeit in Spanien entstanden sind. Da ihre Bücher in Vergessenheit geraten, möchte ich auf den folgenden Seiten das Buch "Am Anfang der Kultur" in gekürzter Fassung widergeben. Ihr Buch beinhaltet kurz zusammengefasst folgendes: Marie E. P. König zeigt, wie ausgehöhlte Schädel, die im Altpaläolithikum kultisch verehrt wurden, zum Verständnis einer runden, hohlen Welt führte, ein Verständnis, das oben und unten, Himmel und Erde unterscheidet. In Achenheim/Elsass wurden Kugeln aus der Altsteinzeit gefunden, die diese Interpretation bestätigen. Auch die Entdeckung von Schalen, die im Paläolithikum kultisch verwendet wurden, lässt die Interpretation zu, dass sie Himmel und Erde darstellen sollen. Die wichtigste Orientierung des Menschen war aber immer schon das Gestirn, vorab der Mond und die Sonne. Die Beobachtung des zu- und abnehmenden Mondes half dem Menschen dem Tod einen Sinn zu geben, Leben und Tod im Rhythmus zu verstehen, in einem Diesseits und einem Jenseits. In den Höhlen von Lascaux und Niaux wird der Mond als Bisonstier dargestellt. Er bricht unter dem Pfeil, dem Symbol des Sonnenstrahls zusammen, was die Interpretation von Tod und Wiedergeburt nahelegt. Die Neanderthaler bestatteten ihre Toten in Ost-West-Lage. Dies zeigt, dass sich die Neanderthaler an der Sonne orientierten, wie sie im Westen untergeht und im Osten aufgeht. Auch diesen Ablauf verstand der Mensch als Tod und Geburt. Die Sonne bestimmt mit Aufgang, Höhepunkt und Niedergang einen Tag und symbolisiert damit das Leben eines Menschen, der am Lebensabend so untergeht wie die Sonne. Wo geht das Gestirn hin, wenn es im Ozean untertaucht? Gibt es im Wasser eine Unterwelt? Mag sich der Mensch gefragt haben. Im franco-kantabrischen Raum dürfte die Beobachtung der Himmelserscheinungen und die Frage, wo die Gestirne hinwandern den Menschen in die Höhlen getrieben haben. Im Jungpaläolithikum wurden dann die Wände mit ihren Antworten, die nun aus uralter Tradition stammten, geschmückt. Marie E. P. König diskutiert weiter die vielen Einritzungen, die sie auf ihren in den Höhlen, vorab in Il-de-France gefunden hat. Diese reichen ebenfalls in die altpaläolithische Zeit zurück und hatten ihre kultische Bedeutung. Z.B. erscheinen Gruppen von drei Strichen, in denen die Autorin die Objektivierung eines Ordnungssystems erkennt. Da auch sterbende Stiere in den südfranzösischen Höhlen zusammen mit drei Strichen oder drei Pfeilen gemalt sind, werden sie mit den drei Mondphasen in Verbindung gebracht, mit dem zunehmenden Mond, dem Vollmond und dem abnehmendem Mond. Das Verschwinden des Mondes bleibt im Dunkeln und ist nicht zählbar. Die Zahl Drei wird aber auch im Beil dargestellt, das wiederum ein Symbol des Mondes ist. Ursprünglich dürfte das Beil ausschliesslich religiöse Bedeutung gehabt zu haben. Demnach haben sowohl die Sonne als auch der Mond eine destruktive Seite: Der Pfeil, als Symbol das Tageslicht, tötet den Bison als Sinnbild des Mondes, die Sonne ist hier das Todbringende, der Mond das Opfer. Doch die sonnenhaften Pferde begleiten den Stier. Sie sind mit ihm eng verknüpft, erleben im Tag- und Nachtrhythmus dasselbe Schicksal. Und dann taucht das Beil als Attribut des Mondes auf und weist auf den unheimlichen Aspekt des Mondes, das Beil als Mordwaffe weist auf seine destruktive Seite. Marie E. P. König fand auf ihren Forschungsreisen auch Einritzungen von Kreuzen. Die Kreuze stellen die Welt und ihren Mittelpunkt dar. Doch ein Kreuz ergibt vier Dreiecke, was die gewonnene Weltordnung klar erweitert. Auch die Zahl 7 fand die Autorin eingeritzt. Es sind die Anzahl Tage, die der Mond in jeder seiner Phase verweilt.
gebracht wird? Ist er Stellvertreter des Mondes im Geschlechtsakt? Auffallend ist der kleine Vogel neben dem Mann. Der Vogel spielt bei Marija Gimbutas als Attribut der alteuropäischen Göttin eine grosse Rolle. Es dürfte sich also auch hier um das Attribut der Muttergöttin handeln, was das Männchen in der Höhle "Puits" noch mehr in den Zeugungskult einbindet. Das Motiv von der erigierenden männlichen Figur kommt später in den Felsbildern von Valcamonica wieder vor, diesmal mit dreieckigen Dolchen, mit Wagen oder Pflug, zur Betonung von Mann und technischem Schöpfertum, von Mann und Waffe, von Mann und Macht Diese Traditionen, die mehrere Jahrhunderthausende in die Vergangenheit zurückreicht, findet sich auch bei den Kelten in ihren Münzen wieder. Marie E. P. König weist neben den Kelten auch auf frapanten Parallelen paläolithischer Motiven in altorientalischen Hochkulturen hin. Die ungeheure Ähnlichkeit paläolithischer und altorientalischer Motive lässt zur berechtigten Annahme, das die paläolithischen Traditionen von den altorientalischen altorientalischen Hochkulturen Traditionen übernommen und zu neuen Blüten geführt wurden.
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