Aufsätze zu einer ganzheitlichen Theologie


von Esther Keller-Stocker

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Selbstverantwortung

Wir sind für unser Tun selbst verantwortlich. Dieser Satz ist richtig. Er ist Ausdruck unserer Integrität und unseres Willens, ethisch korrekt zu handeln.

Andererseits, kann ich wirklich jede Verantwortung für mein Tun übernehmen? Was ist mit den Socken, die ich sehr günstig erworben nun trage? Hat die Näherin den angemessenen Lohn dafür erhalten? Besteht das Material die Prüfung der Nachhaltigkeit? Natürlich sind wir heute sensibilisiert für solche Fragen. Wir reisen ja auch viel, mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug, obwohl wir wissen, dass unser Mobilitätsdrang die Umwelt zerstört.

Dies sind zwei Beispiele, die die Grenzen unserer Selbstverantwortung aufzeigen sollen. Als Christ kommt mir jetzt der Begriff Sünde in den Sinn. Doch das Wort Sünde ist zu sehr behaftet von kirchlicher Entgleisung. Deshalb möchte ich lieber vom Schatten reden, wie ihn C.G. Jung formuliert hat. Der Schatten liegt zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein. Die erwähnten Socken haben wir früher einfach eingekauft, heute machen wir uns Gedanken über deren Entstehung und über die CO2-Abgaben beim Transport.

Gott Gott
 

Text und Design: Esther Keller, 15.04.2012